Über mich

Ganz kurz...

Mit dem Opi 1971.
Mit dem Opi 1971.

Ich wurde 1969 in Duisburg geboren, bin in Frankfurt am Main aufgewachsen und habe in Konstanz, Cork und Bristol Germanistik, Anglistik und Geschichte studiert. Mit meiner Frau und unseren beiden Kindern lebe ich am Bodensee. Ich arbeite als Gymnasiallehrer und freier Journalist.  Zudem bin ich in der Lehrerfortbildung tätig. Für vier Jahre hatte ich einen Lehrauftrag an der Universität Konstanz für Fachdidaktik Geschichte. Wenn mal nichts anliegt, fahre ich am liebsten mit meinem Boot zum Fischen auf den See.

Warum Schreiben?

Mit der ungeliebten Geige 1978.
Mit der ungeliebten Geige 1978.

Manches will man einfach tun. Ohne zu fragen: Warum? Was bringt es mir?

Eigentlich war mein Leben auch so ziemlich voll und bunt.  Aber mit dem Schreiben ist es noch voller und bunter geworden. Warum das so ist? So genau weiß ich das auch nicht. Wahrscheinlich, weil es ungemein erfüllt und befreit, in Gedanken und mit Worten eine kleine Welt entstehen zu lassen.  Es klingt pathetisch und irgendwie übertrieben, aber es stimmt: Schreiben heißt maximales Gestalten. Und so anstrengend das auch ist, so sehr man um Worte ringt, mit sperrigen Details ficht, an Plot und Figuren feilt, mal wieder auf Einfälle wartet… Tauche ich in diese meine Welt ein, ist alles andere ganz weit weg. Ich lebe und denke und atme in etwas, das es eigentlich gar nicht gibt. Und das ist sooo cool!    

Wie fing es an?

In Irland 1987. Angeln ist neben Schreiben meine große Leidenschaft.
In Irland 1987. Angeln ist neben Schreiben meine große Leidenschaft.

Geschichten und Gedichte habe ich schon als Schüler geschrieben. Auf dem Gymnasium hatte ich tolle Lehrer in Deutsch und Englisch, die mich für Literatur begeistert haben. In Englisch lasen wir unter anderem `Dubliners´ von James Joyce und Shakespeares `Hamlet´ – und so wenig ich insgesamt verstand, so sehr hat es mich fasziniert. Meine Englischlehrerin war zudem Krimi-fan, und im Unterricht lasen wir Kurzkrimis von Poe, Doyle, Hammett, Christie und Dahl. Das will ich studieren und auch mal probieren, hab ich mir gedacht. Joyce und Shakespeare sind noch immer meine Lieblingsautoren, und auf meinem Nachttisch liegt immer ein Krimi oder ein Thriller.

 

Meinen ersten Roman habe ich 1993/94 als Student in Cork (Irland) geschrieben, auf einem Laptop, dessen Akku nach einer Stunde schon aufgebraucht war. Es war eine herrliche Zeit. Ich lebte in einem heruntergekommenen Reihenhäuschen ohne Heizung, zusammen mit vier Irinnen. Morgens ein bisschen Uni, dann Schreiben oder Angeln und abends in den Pub. Ich habe das Buch fertig bekommen und an einige Verlage geschickt, bekam aber nicht einmal Absagen. Da war ich bitter enttäuscht. Aber, sagte ich mir, wenn du mal wieder eine Idee und Zeit hast, probierst du es noch einmal.

 

Das dauerte dann fast zwanzig Jahre. Fürs Schreiben blieb so lange keine Zeit. Examen, große Liebe, erste Berufsjahre, Häuschen bauen, die Kinder kamen... Ich bin Lehrer aus Leidenschaft, und so schön Schule ist: sie frisst…

 

Doch der Wunsch zu schreiben war immer da.

 

Und dann passierte es.  Ich war auf dem Weg zu einer Tagung und fuhr an einem herrlichen Oktoberabend auf der Schwarzwald-Hochstraße. Dunkle Wälder, dramatisches Abendlicht, in den Tälern leichter Dunst. An einem einsamen Parkplatz hielt ich an, um noch ein wenig den grandiosen Blick zu genießen. Den Schlüssel hatte ich im Wagen stecken gelassen. Musik lief. Was wohl wäre, wenn der Wagen plötzlich wegführe?, habe ich mir gedacht. Und so, mit dieser einfachen Idee, begann dann die Arbeit an meinem zweiten Buch.  Es sollte ein Krimi oder ein Thriller werden. Nach zwei Tagen, in denen ich fieberhaft eine Kladde vollschrieb, waren der Plot und die Figuren skizziert…

Warum Krimis?

Als Student 1997.
Als Student 1997.

Beim Lesen interessieren mich vor allem die Figuren. Ich möchte vielschichtige, aufregende, abgründige Charaktere kennen-lernen. Und ich habe es gern spannend und handlungsreich, mit einer klaren und einfachen Sprache. Wenn ich dann noch etwas über meine eigene oder eine fremde Zeit und Gesellschaft erfahre, ist das Lesevergnügen perfekt. Kriminalromane und Thriller sind für mich die Genres, die diese Bedürfnisse am besten erfüllen. Und deshalb schreibe ich auch Krimis.

Wie kam das Buch zum Verlag?

Matthias Moor 2018.
Matthias Moor 2018.

Als `Finstersee´ nach einem Jahr fertig war, wendete ich mich diesmal nicht an einen Verlag, sondern an eine Literaturagentur. Dank Internet ist die Suche nach einer seriösen Agentur nicht schwer. Seriös heißt: die Agentur nimmt zunächst kein Geld; erst wenn das Buch von einem Verlag genommen und publiziert wird, ist sie prozentual am Erlös des Autors beteiligt. Anhand der Titel, welche die Agentur schon vermittelt hat, sieht man leicht, ob die Agentur vom Genre her zu einem passt.

 

Ich hatte Glück: die Freiburger Agentin Beate Riess wollte mich gleich unter Vertrag nehmen. „Würde mich wundern, wenn ich das Buch nicht  vermittelt bekomme!“, meinte sie nach dem ersten Gespräch. Ich war erst skeptisch, aber nach zehn Wochen, drei Tage vor Weihnachten, flatterte der Vertrag des Emons-Verlages ins Haus. Juchuuuh!

 

Das waren tolle Weihnachten…